Typisches Waldbild in der vorderen Eilenriede Ende April
Die Eilenriede ist ein artenreicher Laubmischwald und gilt als eines der bedeutendsten Naturgebiete innerhalb der Stadt Hannover. Rund 75 % des Baumbestandes bestehen aus Laubbäumen, vor allem aus Eichen und Buchen. Daneben kommen zahlreiche weitere Baumarten vor, wodurch eine sehr vielfältige Waldvegetation entsteht.
Zu den wichtigsten Baumarten gehören die Rotbuche, die Hainbuche, die Stieleiche , die Traubeneiche sowie der Bergahorn, die große Teile des Waldes prägen. In feuchteren Bereichen wachsen außerdem Schwarzerle und Birke. Der Name „Eilenriede“ geht sogar auf die frühere Bezeichnung „Ellernried“ – also Erlenwald – zurück.
Auf trockeneren Sandböden sind auch Nadelbäume zu finden, insbesondere Waldkieferund Lärche. Diese wurden teilweise im Rahmen der historischen Forstwirtschaft gepflanzt.
Die Eilenriede im Mai
Sträucher und Waldbodenpflanzen
Neben den großen Bäumen prägen viele Sträucher und krautige Pflanzen das Erscheinungsbild des Waldes. Häufig anzutreffen sind zum Beispiel die Hasel, der Weißdorn und die Salweide, die eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten darstellen.
Besonders eindrucksvoll ist die Vegetation im Frühling: Dann bildet der Waldboden stellenweise dichte Blütenteppiche aus Frühblühern. Typisch für die Eilenriede sind unter anderem das Scharbockskraut, der Lerchensporn, das Gelbe Windröschen und der Bärlauch, die das Sonnenlicht nutzen, bevor sich das Blätterdach der Bäume vollständig schließt.
Löwenzahn am Wegrand
Ein komplexes Waldökosystem
Die Vielfalt der Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen macht die Eilenriede zu einem stabilen und ökologisch wertvollen Waldökosystem mitten in der Stadt. Die Kombination aus alten Laubbäumen, feuchten Senken, Lichtungen und Totholz schafft zahlreiche Lebensräume und trägt dazu bei, dass sich eine große biologische Vielfalt entwickeln kann.
Nach Starkregen hat sich dieser Graben in der vorderen Eilenriede mit Wasser gefüllt.
Die Eilenriede ist eine echte Oase für Wildtiere. Trotz Spaziergängern, Joggern und Radfahrern finden hier viele Arten Schutz und Nahrung. Mit etwas Glück kann man morgens oder in der Dämmerung Rehe entdecken, die leise durch das Unterholz ziehen, oder den Rotfuchs, der geschickt über Waldwege huscht. Feldhasen und Eichhörnchen sind fast überall zu beobachten, während Steinmarder und Siebenschläfer eher nachtaktiv durch die Baumkronen streifen. In den ruhigen Naturwaldparzellen leben zahlreiche Fledermausarten, die bei Einbruch der Dunkelheit mit eleganten Flugmanövern auf Insektenjagd gehen.
Besonders artenreich ist die Vogelwelt: Spechte trommeln an alten Bäumen, Buchfinken und Meisen singen um die Wette, und mit Glück hört man den markanten Ruf des Schwarzspechts oder sieht einen Habicht lautlos über die Lichtungen gleiten.
Dazu kommen unzählige Insekten – allein über 300 Käferarten wurden in den alten Baumbeständen nachgewiesen – sowie Wildbienen, Libellen und Amphibien an den wenigen Feuchtstellen.
Laufenten im Unterholz